¡Bienvenido!

Mindestens genauso häufig wie in Deutschland verabschiedet wurde ich auch in meiner neuen(vorübergehenden) Heimat Argentinien begrüßt.

Nach einer insgesamt rund 26 Stunden dauernden Reise per Auto, Flugzeug und Minibus kam ich gegen Mittag bei meiner Gastfamilie an und wurde von dieser sofort herzlich begrüßt und aufgenommen. Sie erklärten mir gleich, das ihr Haus nun auch mein Haus und ich nun ihr „hijo adoptivo“ (Adoptivsohn)  für ein Jahr sei. Das war sehr beruhigend für mich, denn vor meiner Ankunft wusste ich noch gar nichts über meine Familie und was mich dort erwarten würde. Das Haus befindet sich in Pilar, zur Arbeit pendele ich jeden Tag in die Nachbarstadt Escobar.

Neben den Eltern lebe ich mit der 20-jährigen Tochter und dem 24-jährigen Sohn,
mit dem ich mir ein Zimmer teile, sowie einem Hund, einer Schildkröte und einem Kanarienvogel unter einem Dach.

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Die Aussicht aus meinem Fenster

Am nächsten Morgen wurde mir dann zum ersten Mal mein neuer „Arbeitsplatz“ gezeigt. In der  Casa del Niño werden sozialschwache Kinder zwischen  2 bis 19 Jahren betreut.  Diese leben zumeist in sogenannten „Villas“, die argentinische Bezeichnung für Slums und zu vergleichen mit z.B. den Favelas in Brasilien, in großer Armut.

Auch dort wurde ich herzlich begrüßt. Fast alle Kinder waren sehr aufgeschlossen und begannen zugleich mich mit Fragen zu löchern und mir die Einrichtung zu zeigen. Die Verständigung klappt insgesamt auch schon erstaunlich gut, wobei ich mich natürlich noch an das argentinische Spanisch mit seinen Eigenheiten gewöhnen muss. Halle würde hier z.B. „Asche“  ausgesprochen werden.

In der Regel bin ich mehr oder weniger Kindergärtner, manchmal helfe ich allerdings auch bei den Hausaufgaben oder arbeite im Gemüsegarten oder auf der Baustelle der neuen Schule mit. Dies kann ich mir selbst aussuchen, sodass ich immer etwas Abwechselung habe und Langeweile fast unmöglich ist. Ganz in der Nähe gibt es auch einem Sportclub, bei dem ich demnächst auch wieder Basketball spielen kann.

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Einige Kinder im Innenhof der Casita

 

Ungefähr einmal in der Woche treffe ich mich mit anderen InVia-Freiwilligen um etwas gemeinsam zu unternehmen. Am Freitag haben wir unser erstes eigenes Asado veranstaltet, und am nächsten Wochenende werde ich das erste mal Buenos Aires besuchen und Euch darüber natürlich auch wieder berichten.

Bis dahin, Jeremias

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