Bis ans Ende der Welt

Ja, ich lebe noch! Und es geht mir gut!

Nach vielen erfolglosen Versuchen konnte ich mich nun endlich einmal aufraffen und den längst überfälligen Beitrag zu meiner Bis-ans-Ende-der-Welt-Reise vom Januar verfassen. Mit Sicherheit kann ich sagen, dass diese meine bisher beste Reise überhaupt gewesen ist und obgleich unbeschreiblich, können die Fotos vielleicht ein wenig von der einzigartigen Atmosphäre wiedergeben.

Kaum zurück vom Silvestertrip an der Küste hiess es für mich schon wieder Sachen packen und die nächste Reise vorzubereiten. Es sollte in Richtung Süden gehen, genauer gesagt bis nach Ushuaia, seines Zeichens die südlichste Stadt der Welt und näher an der Antarktis(1000km) als an Buenos Aires(3000km) gelegen. Wie schon nach Iguazú begleitete mich Lars, und kurzfristig kam mit Johanna noch eine weitere deutsche Freiwillige hinzu. Zu dritt brachen wir also am Dreikönigstag mit Aerolíneas Argentinas in Richtung Feuerland auf, die weiteren Etappen legten wir per Bus zurück. Unser Plan sah vor, innerhalb von vier Wochen das eisige Südargentinien sowie -chile zu durchqueren um Anfang Februar wieder ins hochsommerliche Buenos Aires zurückzukehren. Meine Route sah am Ende dann wie folgt aus: image

Buenos Aires→2372km→Ushuaia→770km→Puerto Natales/Torres del Paine(Chile) →280km→El Calafate→214km →El Chalten→1384km→Bariloche→1219km→Mendoza→1046km→Buenos Aires(siehe Karte)

Hochsommer war auch in Ushuaia angesagt, nur dass dieser sehr relative Begriff dort Temperaturen knapp dem Gefrierpunkt und einen Schneesturm gleich am ersten Abend bedeutete. Genau das hatten wir aber erwartet und genossen für ein paar Tage die Abwechselung, einen richtigen „Winter“ zu erleben, und mit Plastiktüten unter dem Hintern ließen sich auch die Gletscherzungen des Glaciar Martial nahe der Stadt ganz hervorragend bezwingen.

wpid-foto0803.jpg

Glaciar Martial beziehungsweise was davon noch übrig ist

Unser reserviertes Hostel hatte uns in der Nacht zuvor abgesagt, doch dank unserer frühen Flugzeit&Ankunft am Fin del mundo konnten wir noch drei Hostelbetten im fast ausgebuchten Ushuaia ergattern… Ansonsten klappte aber alles hervorragend, und es standen Ausflüge zur Pinguininsel, einer kristallklaren Lagune und dem Nationalpark Tierra del Fuego an.

pinguFoto0838

So lässt sichs leben: Fressen, am Strand umhertapsen und Touristenboote begutachten

Unterwegs im Beagle-Kanal bei Ushuaia

Unterwegs im Beagle-Kanal

Ganz stilecht probierten auch wir die lokale Spezialität, frischgefangene Königskrabbe. Ushuaia ist auf jeden Fall zu empfehlen, denn trotz der starken Ausrichtung auf den Tourismus kann man noch an vielen Stellen den besonderen Flair der Stadt spüren.

lecker Königskrabbe

lecker Königskrabbe

Dann ging es auch schon weiter nach Chile in den Nationalpark Torres del Paine, extrem beeindruckend und für mich das Highlight der Reise. Das Gefühl, frühmorgens fast am Fuße dieser scheinbar bis in den Himmel ragenden Granitspitzen zu stehen ist einfach unbeschreiblich und lockt sogar Scharen alpenverwöhnter Österreicher sowie Bayern an.

wpid-img_20150112_085004.jpg

mit den „Türmen“ im Hintergrund

Leider hatten wir die patagonischen Wetterextreme aber doch unterschätzt, und nach einer mehr oder weniger schlaflosen Nacht im Zelt inklusive Minusgraden, Schneesturm und Schlafsack für 19,99 aus dem Real übernachteten wir die anderen Tage dann lieber im Hostel. Zum Glück, denn dort trafen wir auf eine nette Gruppe Chilenen und einen äußerst symphatischen Hostelbesitzer/Kneipenbetreiber, der es sich nicht nehmen ließ, uns am Morgen persönlich zu wecken und frischen Kaffee anzubieten.

Abschiedsfoto aus Chile

Abschiedsfoto aus Chile

Ab El Calafate wurde das Wetter dann schon deutlich freundlicher, der Griff zur Regenjacke seltener und wir immer zufriedener über den tollen Verlauf unserer Reise. Nur mit einem Rucksack losgezogen war von uns bislang nämlich noch keiner, und schon gar nicht irgendwo am südlichsten Zipfel Südamerikas.

im Hintergrund der beeindruckende Perito-Moreno-Gletscher

im Hintergrund der Perito-Moreno-Gletscher

Bekannt ist El Calafate vor allem durch seine Nähe zum gewaltigen Gletscher im Nationalpark Perito Moreno, ansonsten hat die Stadt aber nur wenig zu bieten und war nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach El Chalten.

Foto1265

Ist das schon das Paradies? Sicht auf den Cerro Fitz Roy in El Chalten

Ursprünglich wurde dieses Dorf nur zur Grenzsicherung errichtet, doch mittlerweile gilt es als eines der besten Trekking-Destinationen in Argentinien und wird in den Sommermonaten von Touristen in Beschlag genommen, während im Winter die Dorfbewohner weitesgehend unter sich sind und versuchen, dem eisigen Klima dieser Breitengrade zu trotzen.

So leer ist es um El Chalten eher selten, in Patagonien dagegen fast immer

So leer ist es um El Chalten eher selten, in Patagonien dagegen fast immer

Das Schöne ist vor allem die Lage mitten in der Natur am Rande eines Nationalparkes, sodass keine zeitraubende Anfahrten per Bus anfallen und man jeden Tag aus eine neue Wanderung starten kann.

Nach 28h Fahrt inklusive vier Stunden „Boxenstopp“ auf der berühmten Ruta40 erreichten wir unser vorletztes Ziel Bariloche, nicht mehr ganz so südlich und inmitten einer Berg- und Seenlandschaft gelegen. Es wird auch als argentinische Schweiz bezeichnet, und tatsächlich gibt es auch dort schöne Natur aber nichts, was man in der Alpenregion nicht nicht sehen könnte. In der vielbeworbenen Colonia Suiza war das typischste noch wolgadeutsches Essen, ansonsten wurden wie sonst überall auch vor allem Panchos(Hot-Dogs) und gefälschte Trikots verkauft.

1425839064-5044ed1626

Mal wieder auf zwei Rädern unterwegs: Fahrradtour mit Lars in LLao LLao, Bariloche

Richtig heiss wurde es dann in Mendoza, wo wir die letzten fünf Tage verbrachten und zur Abkühlung Ausflüge zum Rafting sowie ins Hochgebirge unternahmen.

Foto1379_001

im Vordergrund 1,75m, dahinter 6.962

Bekannt ist diese Region auch für seine hervorragenden Weine, die regelmäßig Preise aus aller Welt erhalten. Im Rahmen einer Verkostung konnten wir dies auch bestätigen, und so gingen wir an diesem Tag besonders zufrieden ins Bett.

Foto1345

zum Schluss auch mal entspannt: Weintour in Mendoza mit „degustación“

Von dort aus ging es zurück nach Pilar und in die Casita, in der ich jetzt noch die verbleibenden drei Monate arbeiten werde, bevor es Mitte August schon nach Deutschland geht.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s