Mein Alltag

Inzwischen bin ich schon fast zwei Monate in Argentinien. Nachdem in der Anfangszeit jeder Tag komplett anders war, stellt sich bei mir nun nach und nach der Alltag ein um den es in diesem Blogeintrag gehen soll.
Generell fällt auf, dass Tagesablauf im Vergleich zu Deutschland etwas nach hinten verschoben ist. An einem typischen Arbeitstag klingelt mein Wecker erst um acht, aufstehen tue ich ein paar Minuten später.
Nachdem ich mich angezogen und- wichtig!(laut meinen Gasteltern klafft über Argentinien ein ziemliches Ozonloch, und die Sonne „brennt“ auch sprichwörtlich auf der Haut) mit Sonnencreme eingesprüht habe, mache ich mich auf zur Bushaltestelle, dem Frühstück ziehe ich ein paar Minuten mehr im Bett dann meistens doch vor.
Dort angekommen warte ich auf meinen Bus, der gegen 8:35h kommt. Manchmal etwas früher, manchmal etwas später oder(zugegebenermaßen ziemlich selten) auch mal gar nicht- Fahrpläne gibt es in Argentinien nur bei der Eisenbahn.
Insgesamt funktioniert das Bussystem aber erstaunlich gut, und wenn ich mal nicht weiss welcher colectivo wie sie hier genannt werden der Richtige ist, kann ich mich auf die stets hilfsbereiten Argentinier verlassen.
Die Fahrt nach Escobar dauert eine knappe Stunde, fünf Minuten brauche ich noch zu Fuß und dann beginnt mein Arbeitstag.

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Dabei gibt es kaum feste Strukturen, denn die Kinder kommen sehr unregelmäßig sodass ich manchmal an einem Tag von fünf und am nächsten Tag von fünfzehn Kindern begrüßt werde.
Die Casita öffnet bereits um 8:30, sodass die Kinder schon zum Frühstück kommen können.
Meine Aufgaben sind sehr unterschiedlich, und meistens gucke ich einfach was zu tun ist beziehungsweise wo Hilfe gebraucht wird. Das kann beim Kartoffelschälen oder bei den Hausaufgabenhilfe sein, oftmals spiele ich auch einfach mit den Kleinen im Hof und passe auf dass sich keiner verletzt oder versucht sich Steine in den Mund zu stecken. Die Verständigung klappt mittlerweile echt gut. Mit den Kleinkindern ist es zwar immer noch mehr Zeichensprache als alles andere, aber mit den Größeren und den Erwachsenen kann ich mich schon flüssig unterhalten. Ich beschäftige mich fast jeden Tag mit meinem Spanischbuch, und dadurch dass ich in der Schule jahrelang im Lateinunterricht saß kann ich auch einige Wörter ableiten- Latein ist nämlich der Ursprung vieler Sprachen, so auch der Spanischen. Ist das Latinum also doch für etwas gut!
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Mittag gibt es jeden Tag um halb zwölf, und um 15:00h gibt es noch einmal Milch, Tee und Brot/Tee für die Kinder. Ebenfalls wichtig ist der Englischunterricht. Obwohl es wirklich an jeder Ecke Sprachschulen gibt und Englisch schon in der zweiten Klasse auf dem Stundenplan steht ist das Niveau insgesamt sehr niedrig.
Selbst vermeintlich besser unterrichtete Privatschüler können sich kaum Englisch vorstellen oder einigermaßen zusammenhängend ausdrücken.
Deshalb verbringe ich viel Zeit damit älteren Kindern bei den Englischhausaufgaben zu helfen und mit ihnen zu sprechen. Das klappt gut und ist meiner Meinung nach sinnvoll, manchmal stoße ich aber auch an meine Grenzen wenn ich etwa einem 9-jährigen Analphabeten etwas Englisches beibringen soll. Das wird sich aber noch einspielen, und darüber habe ich auch schon mit meiner Chefin gesprochen-ich bin also optimistisch.
Heute(Montag) waren wir als Casita zu einem Fest in einer Privatschule eingeladen, welche sich stark für die Kinder der Villas engagiert und zum Beispiel regelmäßig Essen und Spielsachen spendet.
Dabei war ich als „Deutscher“ ziemlich interessant und wurde mit etlichen Fragen gelöchert sowie- nach erfolglosem Widerstand- auch komplett mit Lebensmittelfarbe bemalt. Spaß hat es trotzdem gemacht.
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Ab nächster Woche werde ich regelmäßig in der Huerta, einer Art großer Gemüsegarten der mit zur Casa del niño gehört, bei der Arbeit helfen.
Um 16:00 endet mein Arbeitstag und ich mache mich auf den Rückweg nach Pilar, sodass ich gegen halb sechs im Haus meiner Gastfamilie ankomme und vom Familienhund Suri begrüßt werde.
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Oft bin ich dann ziemlich müde und schlafe etwas, oder ich setze mich zu meiner Gastfamilie und erzähle mit ihr.
Seit ein paar Wochen kann ich auch wieder Basketball spielen und trainiere dreimal die Woche mit den Jungs vom Club Atletico Pilar.
Ihr seht also, mittlerweile bin ich nicht nur körperlich sondern auch geistig in Argentinien angekommen.

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