Die „Stadt der günstigen Winde“

Am vergangenen Samstag ging es endlich das erste Mal nach Buenos Aires, dem unbestrittenen Zentrum Argentiniens.  Ein Tagesausflug stand an, und mit 2 anderen InVia-Freiwilligen besuchte ich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Metropole. Im Vergleich zu Arbeitstagen ist die Stadt am Wochenende deutlich ruhiger und leerer, sodass sich vor allem die Vormittage  perfekt für einen Besuch anbieten. Praktischerweise kann ich aus meiner Stadt mit dem Zug direkt bis in das Zentrum fahren, und wie allgemein öffentliche Verkehrsmittel in Argentinien ist dieser auch verdammt günstig: Die immerhin 50 Kilometer lange Fahrt kostet umgerechnet gerade einmal 25 Cent.

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Das Gebiet um den ehemaligen Hafen ist das modernste Viertel der Stadt, und statt Matrosen und Hafenarbeitern gehen heute Angestellte der großen Konzerne in „Puerto Madero“ ein und aus.

Auch sonst lässt es sich für einen Mitteleuropäer hier sehr günstig leben. Die Preise steigen zwar fast so schnell wie bei der Havag, aber da sich ein Dollar-Peso-Wechselkurs entsprechend anpasst bin ich von der Inflation zum Glück nicht so betroffen wie die Argentinier, die damit echt zu kämpfen haben. Dies ist aber typisch für Argentinien, wo sich Boomzeiten und Staatsbankrotte in erstaunlicher Regelmäßigkeit abwechseln. Deshalb verfällt man hier auch nicht in Panik, sondern geht seines Weges und wartet auf den nächsten Aufschwung-dies ist zumindest mein Eindruck. Das Wetter in Buenos Aires war super mit vielleicht 22 Grad und Sonne.  Laut Reiseführer soll das Klima vergleichbar mit dem Roms oder Barcelonas sein, was ja schon für sich spricht. Selbst an sehr warmen und sonnigen Tagen(die es bislang noch recht selten gab) bleibt es angenehm, weil den ganzen Tag über Winde die sich anstauende Luft und die Abgase von angeblich über 40.000 Taxen und 12.000 Bussen sowie sonstiger Luftverschmutzer aus der Stadt wehen.

Daher auch der Name- die Stadt der günstigen Winde.

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Was nach einem Tag bereits auffällt: Buenos Aires ist eine unglaublich facettenreiche Stadt! Zwischen den Wolkenkratzern und am Reißbrett gezogenen Straßen fühlt man sich wie in einer Großstadt in den USA. Ein Viertel weiter gelangt man über Kopfsteinpflastergassen zu urigen Cafes und würde sich nicht wundern, gleich auf einer römischen Straßenkreuzung zu stehen.
Nicht weit davon entfernt säumen representative Altbauten die Straßen und das Flair Frankreichs ist zum Greifen nahe.

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So europäisch Buenos Aires oftmals wirkt, treten auch hier die typischen Probleme einer lateinamerikanischen Großstadt auf. Im Stadtgebiet selbst leben gerade einmal drei Milliinen Menschen. Die restlichen zehn Millionen verteilen sich auf Vororte. Nicht alle davon sind arm, besonders die im Norden nicht. Doch je weiter man sich von Zentrum wegbewegt, umso ärmlicher werden die Behausungen. Drogen und Gewalt nehmen überhand, sodass es selbst für normale Argentinier No-Go Viertel gibt die ich natürlich erst recht nicht betreten sollte. Im Vergleich zu anderen südamerikanischen Metropolen gilt Buenos Aires aber immer noch als sehr sicher.

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